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Hier die bisher einzige Originalaufnahme, am Anfang hört man noch Oelb's Stimme


Hier der Original-Text, wie er in den ersten Vorstellungen gesungen wurde.




Raubritterlied



Von der Festung gröhlt's,
derbe Männerstimmen,
rauher Kehle Sang,
hell die Becher klingen.
Beherrschen dies Gebiet,
singen so ihr Lied:
Raubritter, Raubritter,
wie weit ist unser Land?
Raubritter, Raubritter,
wie stark ist uns're Hand?


In uns'rer Knechtschaft Zeit
griffen wir zu Waffen,
verdroschen uns're Herrn,
Grafen und auch Pfaffen.
Beherrschen dies Gebiet,
singen so ihr Lied:
Raubritter, Raubritter,
wie weit ist unser Land?
Raubritter, Raubritter,
wie stark ist uns're Hand?

Groß ist uns're Macht,
solange wir vereint.
Nie fällt uns're Burg,
trotzet jedem Feind.
Beherrschen dies Gebiet,
singen so ihr Lied:
Raubritter, Raubritter,
so weit ist unser Land!
Raubritter, Raubritter,
so stark ist uns're Hand!


Es tut mir leid, aber das ist das Original:
In den ersten 2 Strophen wird gefragt, wie weit das Land und wie stark die Hand ist, dann kommt die Auflösung und die ist je nach Kraft und momentaner Freude am Zusammensein und -singen entsprechend: nämlich SO weit und SO stark.
Das war übrigens ein wichtiges Element in der letzten Strophe, daran konnte ich fühlen, ob wir (bei dem jeweiligen Treffen) eine gute Truppe waren.

Übrigens: ich war immer ein Trotzkopf, deswegen mochte ich das alte "trutzet" nicht und habe immer "trotzet" gesungen.



Grüße Anti


5.3.2003
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Soviel gute Lieder und Gedichte gibt es, warum also sollte ein neues gemacht werden?



Im Jahre 1967 spaltete sich der Orden der Rabenklaue im Nerother Wandervogel. Es entstand ein neuer, quirlig aktiver Orden unter Führung des Stibbich. Dieser Orden nannte sich selbstbewusst "Orden der Raubritter", benutzte das vorhandene Halstuch und fügte zwischen Blau und Rot eine weisse Kordel ein. Diese weisse Kordel ist das Band der Raubritter, bis heute. Welche Freude, wenn wir uns nach Jahrzehnten wiedersehen! Schon erklingt das "Raubritterlied" in der Originalfassung. Wer kann diese noch kennen, wenn nicht die Autoren? Waren es nicht Anti, Sascha, Schnorrer und Bimbo, die 1969 an der Mosel beim Sängerwettstreit das neue Ordenslied in die Spitze brachten? (Anti damals mit Gipsbein, ich bei der Bundeswehr). Es gab auch schon einige portable elektronische Aufzeichnungsgeräte, die den damals gesungenen Text festgehalten haben. Offensichtlich sind die aus den elektronischen Aufzeichnungen gewonnenen Texte einheitlich und weltweit identisch. Das Internet liefert jedenfalls nicht die Original-Texte. Das holen wir nun einfach nach: so war die Aussage des Originals, als der Orden der Raubritter entstand:

Raubritterlied



Von der Festung gröhlt's,
derbe Männerstimmen.
Rauher Kehle Sang,
hell die Becher klingen

beherrschen dies Gebiet,
singen so ihr Lied

Raubritter, Raubritter,
wie weit ist unser Land,
Raubritter, Raubritter,
wie stark ist uns're Hand.

In uns'rer Knechtschaft Zeit
griffen wir zu Waffen,
verdroschen uns're Herrn,
Grafen und auch Pfaffen.

beherrschen dies Gebiet,
singen so ihr Lied

Raubritter, Raubritter,
wie weit ist unser Land,
Raubritter, Raubritter,
wie stark ist uns're Hand.

Gross ist uns're Macht,
solange wir vereint.
Nie fällt uns're Burg,
trutzet jedem Feind.

beherrschen dies Gebiet,
singen so ihr Lied

Raubritter, Raubritter,
so weit ist unser Land,
Raubritter, Raubritter,
so stark ist uns're Hand.


Dass Becher nicht "hell" klingen, war für mich als Texter damals ein besonders fröhlicher Punkt. Wie man sieht, haben die nachfolgenden Sänger dieses Problem pragmatisch gelöst.

Auch das burschikose "verdroschen" musste bald einem einfacheren Ausdruck weichen.

Weshalb "trutzet" verschwand, wissen die Götter. Das "U" ist wohl ein nicht genehmer Laut. Wird ersetzt durch "O" oder "E".


Im Satz hatte Anti den Refrain "Raubritter, Raubritter, ..." bereits fertig und ermunterte, den Rest dazuzuentwickeln. Für eine "Hymne" bot sich natürlich eine starke Einleitung, wie damals im Kalten Krieg auf Kurzwelle an: (G unterdrückt) A H C H - aber dann - F !! Im zweiten Anlauf später dann aufs G! Das wars, noch ein wenig Überleitung. Wenn man sich das so einstimmig anhört, ist das F extrem gewöhnungbedürftig, ja fast unsingbar. Improvisiert mit mehreren Stimmen ergab sich eine große Variabilität, die zu einem gewollt ungewöhnlichen Klang führte. Dazu der Text, der nichts Negatives aussagen durfte. Deswegen kommt auch das Wort "Stolz" nicht vor und das Wort "verdroschen" ist nicht so todbringend, wie andere Ausdrücke. Der Zusammenhalt der Gruppe wird unterstützt. Und - es hat was. Doch. Bis heute "Solange wir vereint ..."

3.3.2003 Georg Hausmann, 36 Jahre "Raubritterlied", Nathan




Anti hat das Original Raubritterlied vom Gelbachtal 1968 (den ganzen Bundestag) von Matz bekommen.

Erlaubnis und Autorenzeile:
Melodie+Text: Anti+Nathan Hausmann, Nerother Wandervogel, 1967
Anti:
Als Anhang das Original, aber sehr klein gestellt. Ich hab noch mehrere mp3 Einstellungen gemacht, zwischen 1,6 MB und 7,3 MB aber das Original ist schon schlecht genug, da kommt nicht mehr raus. Vielleicht kannst Du das ins Web stellen. "Bundestag des Nerother Wandervogel 1968, Gelbachtal, Sängerwettstreit". Oelbs Spruch über die Kosaken, die vor uns gesungen haben, verwirrt nur, den kann ich ja noch wegschneiden. Es gibt diese Aufnahme, da sagt der Oelb uns an: "Ordenslied der Raubritter, Eigenkomposition", ist schade, das das nicht mehr drauf ist, da war ein hektischer Schnitt und die ersten Töne sind leider weg. Vielleicht komm ich über Jorgo noch da dran. Übrigens, ob Gläser oder Becher ist doch wohl egal, Hauptsache die sind gefüllt.
Grüße Anti.... s. Anhang

09. Februar 2006






Die letzten Penner ("Wir wollen aussterben").

Anstrengende Bootsfahrt, drei Tage auf der Lahn unter sengender Sonne, Wasser, Stromschnellen, Schleusen und Tunnels überall. Selbst die Wasserschutzpolizei begrüsste uns bei aufgehender Sonne. Felsen, Steine, seltene Vögel, herrliche Natur und guter Wein, Bier ringsumher. Nette Bewirtung, freundliches Volk, sportliche Kanuten und Ruderer, die uns zu Hunderten überholten.

Schleusenlieder, Tunnellieder! - Anfang Juni 2011. Dann passierte es, hinter einer Biegung erreichten wir Balduinstein!

Hier ist Balduinstein , die Burg.

Endlich, so glaubten wir, könnten wir uns von der auslaugenden Anstrengung erholen. Da tauchten auch schon die ersten Gesichter auf. Seit fast 50 Jahren hatten wir uns nicht mehr gesehen! Schwer vom Leben gezeichnet, erkannten wir uns dennoch gleich. Grosser Jubel hub an, bis morgens um fünf. Sechs Uhr Wecken zwecks Brötchen holen. Endlose Gespräche. Entdeckung des "Bündisches-Audio" Archivs. Dort werden hinter dicken Felswänden tief im Keller die alten Lieder bewahrt. Nichts kommt hier fort, es wird immer mehr. Jeder gibt seine alten Aufnahmen ab.

Zum Bündischen Balduinstein Archiv.

So auch dies:

Hier dokumentierte der Archiv-Spezialist F. D. das Raubritterlied für Scout.

Womit wir wieder beim Thema dieser Seite sind. Raubritter. Nach 50 Jahren erklang wieder das Original!


08. Juni 2011



Hier einige Links zu Liederbüchern mit Raubritterlied. Die meisten funktionieren nicht mehr, zudem muss man im sich öffnenden Suchmaschinenfenster noch einmal klicken, dass man das wirklich anschauen will!



Hier das wiedergefundene Notenblatt mit dem allerersten Entwurf.